[Rezension] Marcel Van Driel - Pala. Das Spiel beginnt

5/22/2016

Originaltitel: Superhelden.nl
Einband: Broschur
Seitenanzahl: 320 Seiten 
Preis: 10,99€ Kaufen?
Genre: Jugendbuch
Reihe: Band 1 der „Braingame“ -Trilogie
Altersempfehlung: 12-15 Jahre
Erscheinungsdatum: 22. April 2016
Verlag: Oetinger

   
1. Pala - Das Spiel beginnt
2. Pala - Das Geheimnis der Insel
3. Pala - Verlorene Welt 

Die Regeln des Spiels sind gnadenlos: Überall auf der Welt spielen Jugendliche ein Online-Game, bei dem man Abenteuer auf der virtuellen Insel Pala bestehen muss. Auch Iris ist von dem Spiel begeistert - bis es plötzlich Realität wird. Denn die Insel gibt es wirklich. Und die besten Spieler werden nach Pala entführt und dort von Mr Oz, dem Erfinder des Spiels, zu Geheimagenten ausgebildet. Doch welches Ziel verfolgt Mr Oz, und wie kann man von der Insel entkommen? Fest steht nur eins: Auf Iris warten große Gefahren, und bald weiß sie nicht mehr, wem sie vertrauen kann ...

Bei diesem Buch habe ich mich auf ein Roman gefreut, der fesselnd ist und ein bisschen in die Richtung von „Tribute von  Panem“ geht. Bekommen habe ich einen Roman, der einer Achterbahnfahrt gleicht und eher in die Richtung von „Die Auslese“ geht. 
Übrigens finde ich, dass die, für dieses Buch gegeben Altersempfehlung, beachtet werden sollte, da in meinen Augen jüngere Leser mehr Spaß mit dem Buch haben werden, als ältere.

Die Idee des Romanes hat mir durchaus gefallen. Ein Spiel, dass überall auf der Welt Jugendliche in seinen Bann zieht und dann zur Realität wird, bei der die besten Spieler darin bestehen müssen. So zumindest die Idee, die Umsetzung sieht da ein wenig anders aus. 

Es geht zuerst ein wenig verwirrend los. So richtig wird dem Leser anfangs nicht klar, wer gerade die handelnde Person ist und wo man sich befinden. Ich verstand zwar, was mir erzählt wurde, aber das war im Endeffekt schwieriger in Zusammenhang mit dem Rest zu bringen. 
Die Geschichte hat zwar auch gerade am Anfang kleinere, nette Twists und auch die Idee mit dem Test, bevor ein besonderer Spieler, in diesem Fall Iris, mitgenommen wird, fand ich sehr gut. Dennoch scheitert es hier an der Umsetzung, denn dieser Test ist relativ langweilig und ehrlich gesagt weniger fesselnd. Die Aufgaben sind gut gestellt, es gibt durchaus spannende Aufgaben und dem Leser wird klar, dass Iris definitiv nicht umsonst eine so gute Spielerin ist, aber wirklich in diesen Handlungsstrang bin ich leider nicht hineingekommen. 
Danach geht es mit der Spannungskurve erstmal wieder herunter und es wird etwas unlogisch fortgesetzt. Eine zuvor eingeführte, entscheidene Gegebenheit bleibt ungeklärt. Ich fand es einfach komisch, dass dies einfach nicht mehr zur Sprache kam, da es eben einen sehr entscheidenden Teil der Geschichte ausmachte. 
Ebenfalls gestört hat mich, dass Iris so naiv ist. Sie lässt sich einfach auf den „Gewinn“ ein und das, obwohl vorher klar wurde, dass sie mit nach Pala muss. Ich habe nicht verstanden, wo sich doch so intelligent ist, dass sie so unbesorgt rumläuft und darüber keinen richtigen Gedanken verliert. 
Kommen wir aber endlich zu Pala und ja, dass dauert wirklich, bis der Leser endlich auf Pala ankommt, was mich übrigens auch gestört hat. Entweder wird der Klappentext zu groß gefächert oder aber die Geschichte braucht ewig um auf den eigentlichen Punkt kommen. Damit will ich aber nicht sagen, dass sich das Buch gezogen hat, denn das war nicht der Fall.
Jetzt aber wirklich zu Pala, denn hier kann das Buch endlich positiver überzeugen. Mir hat unglaublich gut die Grundidee und der Aufbau des Komplexes gefallen, in der die Geschichte fortan spielt. Ich konnte viele gute Punkte und Ideen entdecken, die mir sehr gefallen haben, aber leider im Endeffekt entweder nicht wirklich zur Sprache kamen oder nicht richtig ausgearbeitet wurden. Sonst kann ich aber sagen, dass mir die unterschiedlichen Agenten als Individuen sehr gut gefallen haben. Die Idee mit den unterschiedlichen Leveln und den damit verbundenen Regeln war echt super und hat mir gefallen.
Das Ende war dann doch endlich etwas spannender und besonders gut hat mir die Einwebung von einzelnen Filmszenen gefallen, da dass Oz sehr interessant gemacht hat. Sonst habe ich mich aber echt gut unterhalten gefühlt und habe die Geschichte aus den zwei verschiedenen Situationen gespannt verfolgt. 

Iris als Charakter wurde mir einfach nicht richtig sympathisch. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass das Buch nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben wurde, aber so wirklich in Iris als Charakter konnte ich mich nicht eindenken und mit ihr die Geschichte erleben. Wäre sie gestorben, dann wäre mir das glaube ich recht egal gewesen. Sie war halt da und auch, wenn sich hinter ihr mehr versteckt und ich gespannt bin, was das ist, konnte ich mich mit ihr als Protagonistin nicht anfreunden. 

Der Schreibstil konnte mich einfach nicht fesseln. Ich habe durchgehend gespürt, dass ich ein Außenstehender, eben ein Leser, bin und das hat mir nicht gefallen. Auch, wenn man das Buch gut lesen kann, so richtig unglaublich flüssig war es nicht. 
Außerdem hat mir überhaupt nicht gefallen, dass der Autor immer wieder englische Aussprüche in die Aussagen der Charaktere eingebaut hat. Das war mir persönlich zu viel gewollt und nicht richtig und vor allem nicht glaubwürdig umgesetzt. Das war teilweise wirklich penetrant und nervig hätte man besser lassen sollen. 

Alles in allem, konnte mich dieser Auftakt leider nicht überzeugen. Die Spannung wird erst gegen Ende greifbar und bleibt vorher eher wie die Sonne an einem wolkigen Tag, mal kurz da aber so richtig dann doch nicht. 
Mit den Charakteren konnte ich mich einfach nicht anfreunden und die Umsetzung der Idee ist in meinen Augen nicht wirklich gelungen. 
Dennoch fand ich die Grundidee und auch einzelne Aspekte, wie zum Beispiel das Ausbildungsgebäude wirklich gut und dies konnte mich durchaus positiv überzeugen.
Im Endeffekt sind die negativen Aspekte allerdings gewichtiger und ich gebe dem Buch 2,5 von 5 Sternen.
Ich bedanke mich beim Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares. 

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