[Rezension] Marie Lu - Warcross. Das Spiel ist eröffnet

1/26/2019


Originaltitel: Warcross
Einband: Hardcover
Seitenanzahl: 416
Preis: 18,95€ Kaufen?
Genre: Jugendroman/eSport
Reihe: Band 1 der „Warcross“- Dilogie
Erscheinungsdatum: 17. September 2018
Verlag: Loewe

 
1. Warcross - Das Spiel ist eröffnet
2. Warcross - Neue Regeln, neues Spiel

   
Die Welt ist verrückt nach Warcross, dem gigantischsten Videospiel aller Zeiten! Erfinder Hideo Tanaka wird wie ein Gott verehrt, eSport-Turniere füllen ganze Stadien und die Meisterschaft ist das größte Event der Welt. 
Kopfgeldjägerin Emika Chen erhält zu Beginn der Warcross-WM ein verlockendes Jobangebot von Hideo Tanaka: Undercover soll sie an dem Wettkampf teilnehmen und einen Hacker aufspüren, der Warcross sabotiert. Eine waghalsige Jagd beginnt, bei der Emika nicht nur ihr Leben aufs Spiel setzt, sondern auch ihr Herz … 
Idee: Eine virtuelle Realität in der eine Kopfgeldjägerin - die hobbymäßig hackt - an dem größten eTunier der Welt teilnimmt, bei der sie durch atemberaubende Landschaften pflügt und gleichzeitig eine geheime Mission verfolgt? Dann auch noch geschrieben von Marie Lu? I'm in!

Setting: Das Setting kriegt hier volle Punkte. Was habe ich die Welten geliebt, in denen die Mannschaften gegeneinander gekämpft haben. Das war einfach nur grandios. Ich habe mir wirklich jedes Mal gewünscht, selber eine der Brillen/Kontaktlinsen zu tragen und in eine der vielen Welten eintauchen zu können.
Aber nicht nur die virtuellen Welten waren super, ich hab auch die Realität geliebt, die von dem virtuellen ergänzt wurde. Das alleine hätte mir schon ausgereicht, um sofort ins Buch zu steigen und mir so eine Brille aufzusetzen. Volle Punktzahl für das Setting!

Handlung: Die Handlung war ebenfalls super. Der Anfang startete direkt rasant und mit Action, danach ging es Schlag auf Schlag weiter. Es gab weder unnötigen Längen, noch langweilige Passagen, die man meiner Meinung nach hätte streichen können. Mir hat das Tempo der Geschichte sehr gut gefallen.
Ich mochte die Wendungen am Ende, das actionreichen Finale und einfach den gesamten Verlauf dieser Weltmeisterschaft. Zwischen den Zeilen konnte man übrigens sehr gut lesen, dass Marie Lu da viel von sich selber hat einfließen lassen und das habe ich geliebt!
Zwei Punkte habe ich aber auszusetzen. Erstens hat mir ein bisschen die Ernsthaftigkeit gefehlt. Keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll, aber bei mir kam nicht so richtig das Gefühl um Angst auf oder Nervenkitzel, ob der Plan funktioniert und so weiter und so fort. War nicht so schlimm, die Geschichte an sich hat das wieder wett gemacht.
Zweitens - und das ist der viel größere Punkt - fand ich die Liebesgeschichte komplett unnötig. Ich hatte angenommen, dass sie ebenfalls so perfekt zur Geschichte passen würde, wie es die Liebesgeschichte in Legend tat - dem war aber nicht so. Es wirkte einfach so gewollt, so erzwungen und irgendwie unauthentisch. Der größte Kritikpunkt geht also an die Liebesgeschichte, auch wenn das alles schön beschrieben war.

Charaktere: Kommen wir von da direkt zur Protagonistin: Emika Chen. Und hier kann ich direkt sagen, dass durch die Liebesgeschichte ihre potenziellen Badass-Charakterzüge flöten gegangen sind. Sobald Hideo in den Raum trat, war bei ihr Ende im Gelände. Ich hatte einfach jedes Mal das Gefühl, dass sie dann zu diesem typischen Kichermädchen wurde, dass ich in YA-Romanen einfach nicht mehr sehen kann. Am Anfang wars amüsant, wurde dann aber von einem genervten Augenrollen abgelöst.
Ansonsten war sie aber extrem angenehm. Schlau, gewieft, humorvoll und irgendwie doch ganz normal. Ich hab gerne ihre Geschichte verfolgt und sie durch ihre Augen gesehen.

Schreibstil: Ich liebe Marie Lu's Schreibstil. Sie hat mal gesagt, dass sie sich den Raum vorstellst und sie ihn dann so beschreibt, wie sie ihn sieht. Und genau so schreibt sie auch und ich finds toll. Super flüssig, super wortgewandt, super angenehm.
Einziger Kritikpunkt war tatsächlich der Tempus: Mit Präsens in Romanen werde ich mich einfach nie anfreunden können.

Alles in allem ein grandioses Jugendbuch, dass mich ein bisschen an die Gute alte Zeit erinnert, in der noch nicht alles voll war mit bösen Königinnen und magischen Prinzessinnen. Trotz des großen Kritikpunktes mit der unnötigen Liebesgeschichte, hat mich die Welt, das Spiel, das Setting und auch die Handlung einfach für sich begeistern können. Ich freue mich wahnsinnig auf den zweiten Teil!

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